4.1.2 Segmentierung des Logistikgesamtmarktes (2/6)
Die sieben Teilmärkte des Logistikgesamtmarktes
Das Segmentierungskriterium «Logistikobjekt» führt zu den folgenden sieben Teilmärkten:
Teilmarkt 1: Tank- und Silodienste Tank- und Silodienste umfassen Ladungstransporte sowie damit zusammenhängende Lager- und Umschlagsleistungen für flüssige, gas- und staubförmige Güter, wie beispielsweise Zement, Getreide, Mineralöl- und flüssige Chemieprodukte sowie flüssige und «rieselfähige » Lebensmittel. Da die transportierten Güter häufig besonderen gesetzlichen Anforderungen, beispielsweise in hygienischer Hinsicht, unterliegen, müssen die Transportmittel (v. a. Tankwaggons und -fahrzeuge) spezielle technische Voraussetzungen erfüllen. Dies kann zu graduellen Unterschieden zwischen Tanks und Silos führen, was sich in der benutzten Technik (z. B. Einsatz von Tanks bei temperaturgeführten und flüssigen Gütern und von Silos bei Schüttgut) äussert. Darüber hinaus gilt es bei Transportprozessen weitere Besonderheiten zu beachten, wie beispielsweise in den Bereichen Verpackung, Ladungssicherung oder Kennzeichnung von Gütern.322
Teilmarkt 2: Massengutlogistik Die Logistik von Massengütern umfasst alle Logistikleistungen, die im Zusammenhang mit Gütern der Grundstoffindustrien und der Entsorgungswirtschaft erbracht werden. Dies betrifft beispielsweise Mineralölprodukte, Kohle, Stahl, Eisen, Steine, Erde und landwirtschaftliche Produkte. Für deren Transport werden überwiegend Binnenschiffe und Schienenfahrzeuge eingesetzt. Häufig übersteigt die Ladung die zulässige Kapazität eines einzelnen Fahrzeugs bzw. eines einzelnen Bahnwaggons, sodass im Rahmen der Massengutlogistik ganze Lkw- Flotten bzw. Teil- oder Ganzzüge zum Einsatz kommen.
Teilmarkt 3: Schwergutlogistik und Krandienste Die Schwergutlogistik und die Krandienste richten sich an Schwerund Langgüter ab einem Gewicht von 25 t, für deren Transport spezielle Fahrzeuge wie Tieflader, schwere Zugmaschinen, Mobilkräne und Staplerfahrzeuge notwendig sind. Einzelne, hoch individualisierte Transporte mit jeweils spezifischen technischen Anforderungen und notwendigen Sondergenehmigungen sind typisch für diesen Teilmarkt, der v. a. in der Bau- und Anlagenwirtschaft eine bedeutende Rolle spielt. In diesem Zusammenhang sind die Verkehrsträger Strasse und Schiene von besonderer Relevanz.
Teilmarkt 4: Komplettladungslogistik Die Komplettladungslogistik umfasst Logistikprozesse, bei denen eine Ladung ohne Bündelungs- oder Umschlagsprozesse vom Versender an den Empfänger befördert wird. Im Strassengüterverkehr wird hier auch von Rampe-zu-Rampe-Verkehr gesprochen. Das Sendungsgewicht liegt dabei zwischen 3 t und 25 t. Die häufig eingesetzten Container, Trailer und Wechselbrücken werden komplett vom Versender beladen und am Zielort vom Empfänger entladen (engl. Full Truck Load, FTL). Für diese Transporte mit einem hohen Standardisierungsgrad kommen das Binnenschiff, die Bahn und der Lkw zum Einsatz. Bei Letzterem existiert eine Verbindung zur netzbasierten Stückgutlogistik im Fernverkehr, bei der Transporte zwischen den Umschlagspunkten (sogenannte Hauptläufe) in der Regel als Komplettladungen gefahren werden.
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In spezielle Behälter (z. B. Flaschen oder «Doggy-Bags») abgefüllte Flüssigkeiten, Gase oder Schüttgüter sind palettierbar und können daher ggf. auch der Stückgut- oder Komplettladungslogistik zugeordnet werden. |
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