3.5.3 Annäherung über den Arbeitsmarkt (1/5)
Beschreibung des allgemeinen Vorgehens
Der zweite Weg zur Bestimmung des Logistikgesamtmarktes besteht in der Auswertung der Beschäftigtenstatistik. Dieser Ansatz lässt sich in vier wesentliche Schritte einteilen:289
- Schritt 1: Ermittlung der Zahl der Erwerbstätigen: Im ersten Schritt gilt es, die Zahl an Erwerbstätigen im Jahr 2009 zu schätzen, welche direkte (z. B. Lkw-Fahrer oder Lageristen) und die direkten Tätigkeiten unterstützende bzw. ermöglichende indirekte Aktivitäten (z. B. Führungskräfte) ausüben. Diese Zahlen fussen auf Statistiken des Bundesamtes für Statistik.
- Schritt 2: Bestimmung des Arbeitsentgeltes: Den einzelnen Berufsgruppen, die in der Logistik direkt oder indirekt tätig sind, wird ein durchschnittlicher Bruttolohn zugeordnet. Dieser wird um die Arbeitgeberbeiträge (z. B. für Sozialversicherungen) erhöht, um den effektiven Bruttojahreslohn berechnen zu können. Als Datengrundlage dienen durchgeführte Gehaltsstudien von privaten Institutionen290 und Statistiken des Bundesamtes für Statistik.
- Schritt 3: Hochrechnung der Bruttowertschöpfung des Logistikmarktes: Auf Basis der Bruttolohn- und Gehaltskostensumme wird über den Einbezug von Abschreibungen, indirekten Steuern sowie Unternehmerlöhnen und -gewinnen die Bruttowertschöpfung der Logistikwirtschaft ermittelt. Die dazu benötigten Daten lassen sich aus der Input- Output-Statistik der ETH Zürich291 beziehen.
- Schritt 4: Bestimmung der Logistikmarktgrösse: Abschliessend sind die jährlichen Vorleistungen, welche der Logistikmarkt aus anderen Wirtschaftssektoren bezieht, bei der Berechnung zu berücksichtigen. Dazu werden die relevanten Leistungen, wie z. B. Treibstoffe aus dem Energiesektor, Immobilien aus dem Bausektor oder Fahrzeuge aus dem Maschinenbausektor, zur Bruttowertschöpfung addiert, um das Volumen des Logistikgesamtmarktes zu beziffern.
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Vgl. Distel (2005), S. 99 ff. |
| 290 |
Vgl. Baumgartner und Partner (2007). |
| 291 |
Vgl. Nathani et al. (2006). |
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