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3.3 Gütertransporte und Infrastruktur nach Verkehrsträgern


Die wichtigsten Fakten im Überblick

  • 78,5 % des Gesamtgüteraufkommens werden in der Schweiz auf der Strasse transportiert. Das für den Gütertransport relevante Haupt- und Nationalstrassennetz spannt dabei einen Bogen zwischen dem Genfer- und dem Bodensee auf; Jura und Alpen beschränken als natürliche Verkehrshindernisse die Autobahnanbindung an Nachbarstaaten. Der Gotthardtunnel stellt mit einem jährlichen Güteraufkommen von 11 Mio. t die wichtigste alpenquerende Strassenverbindung dar.
  • Auf dem 5107 km langen Schienennetz werden etwa 15 % des Güteraufkommens befördert. Der Nord-Süd-Korridor stellt die wichtigste Verbindung im schweizerischen Schienengüterverkehr dar. Im länderübergreifenden Vergleich mit Frankreich und Österreich läuft mit knapp 58 % des gesamten alpenquerenden Schienengüterverkehrs der grösste Teil über die Schweiz. Zur Kapazitätssteigerung wurde im Rahmen des Projekts Neat (Neue Eisenbahn-Alpentransversale) im Jahr 2007 der Lötschberg-Basistunnel eingeweiht; der Gotthard-Basistunnel befindet sich im Bau (Fertigstellung voraussichtlich 2017).
  • Insgesamt 310 000 t Güter wurden im Jahr 2009 an den drei Landesflughäfen Basel, Genf und Zürich per Luftfracht umgeschlagen. 70 % des Güteraufkommens entfielen dabei auf den Flughafen Zürich. Zusätzliche 168 000 t wurden als Luftfrachtersatzverkehr abgewickelt. Das Verhältnis von Exporten zu Importen beträgt in etwa 7:3.
  • Aufgrund der geografischen Lage der Schweiz sind bei der Schiffsinfrastruktur ausschliesslich die Basler Rheinhäfen («Port of Switzerland») von Relevanz. Die drei Hafenteile Kleinhüningen, Birsfelden und Muttenz-Au wickeln insgesamt etwa 12 % der schweizerischen Importe und etwa 5% der Exporte ab.


Die Beschaffenheit der logistikrelevanten Infrastruktur beeinflusst die einzel- und gesamtwirtschaftlichen Zielsetzungen, wie beispielsweise die Versorgung der Bevölkerung mit Gütern.139 Der Begriff «Logistikinfrastruktur » bezieht sich im materiellen Sinne auf das Netz eines Wirtschaftsraums, z. B. einer Volkswirtschaft, in dem Güter und Informationen zwischen den Unternehmen und Haushalten ausgetauscht werden.140 Vor allem für die Effizienz der für die Logistik wesentlichen Transportaktivitäten spielt die Verfassung und Auslastung der jeweiligen Infrastruktur eine essenzielle Rolle. So sind beispielsweise Standortentscheidungen von Unternehmen mit transportintensiven Wertschöpfungsaktivitäten unmittelbar an infrastrukturelle Gegebenheiten geknüpft.


In den folgenden Abschnitten werden darum die vier Verkehrsträger Strasse, Schiene, Wasser und Luft hinsichtlich allgemeiner Aspekte ihrer Infrastruktur in der Schweiz näher beschrieben. In Kapitel 3.4 folgen differenzierte Betrachtungen zur Auslastung der jeweiligen Infrastrukturen, um weiterführende Aussagen bezüglich aktueller und potenzieller zukünftiger Engpässe treffen zu können. Der Rohrleitungsverkehr wird aufgrund der Immobilität dieses Verkehrsträgers vernachlässigt.


Allgemein nimmt der Strassengüterverkehr in Bezug auf das Gütertransportaufkommen in der Schweiz eine dominierende Rolle ein. Über 78 % der transportierten Tonnage werden auf der Strasse befördert (s. Tab. 20). Der Schienengüterverkehr folgt mit rund 15 % an zweiter Stelle. Schiffsgüter-, Rohrleitungs- und Luftfrachtverkehr stellen zusammen etwa 6 % des gesamten Güterverkehrsaufkommens der Schweiz.

Gütertransportaufkommen nach Verkehrsträgern im Jahr 2008


Anmerkung: Güterverkehrsaufkommen vs. Güterverkehrsleistung
Die Bedeutung des Güterverkehrs lässt sich unabhängig vom Ort anhand des Aufkommens – gemessen in Tonnen (t) – und anhand der Leistung – gemessen in Tonnenkilometern (tkm) als Produkt aus transportierter Menge (t) und zurückgelegter Entfernung (km) – pro Jahr bestimmen. Über diese beiden Kenngrössen wird der jeweilige Anteil der Verkehrsträger Strasse, Schiene, (Binnen-)Schiff, Luft sowie des Kombinierten Verkehrs bestimmt.

 


139 Vgl. Pfohl (2010), S. 340 ff.
140 Vgl. Ihde (2001), S. 47.
141 Der Schiffsgüterverkehr beschränkt sich auf den Rheinabschnitt zwischen Basel und Rheinfelden sowie Fahrten auf einigen kurzen Kanälen und auf den grösseren Seen der Schweiz.
142 Das angegebene Luftfrachtaufkommen bezieht sich auf die tatsächlich von Schweizer Flughäfen verflogene Tonnage. Luftfracht, die über ausländische Flughäfen befördert wird, ist nicht erfasst.
143 Bei einer wertmässigen Auswertung wäre der Anteil der Luftfracht bedeutend höher.


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