3.1.1 Die Schweizer Wirtschaft im europäischen Kontext (1/3)
Die Schweiz zählt zu den wettbewerbsstärksten Volkswirtschaften Europas. Das Bruttoinlandprodukt der Schweiz betrug im Jahr 2009 bei einer Einwohnerzahl von 7,7 Mio. Menschen 535 Mrd. CHF. 3 Damit hat die Schweiz weltweit eines der höchsten BIP pro Kopf.4 Diese Wirtschaftsleistung wird von insgesamt 390 169 Arbeitsstätten erbracht. Insgesamt sind 4,02 Mio. Erwerbstätige in diesen Arbeitsstätten beschäftigt, wobei 84,5 % Vollzeit angestellt sind.5
Aufgrund der vergleichsweise geringen Einwohnerzahl reicht der Binnenmarkt alleine nicht aus, die in der Schweiz produzierten Waren abzusetzen, sodass für viele schweizerische Unternehmen vor allem der europäische Markt von essenzieller Bedeutung ist. Aus diesem Grund hat die Schweiz mit der Europäischen Union (EU) einige bilaterale Abkommen mit dem Ziel eines schrittweisen Abbaus von Marktzugangsschranken abgeschlossen. 6 Auf Basis dieser Regelungen wird es den in der Schweiz angesiedelten Unternehmen erleichtert, auf den Markt der EU mit seinen rund 500 Mio. Verbrauchern zuzugreifen. Diese Vernetzung mit dem Ausland führt zu starken Investitionen schweizerischer Unternehmen in anderen Ländern. Der Kapitalbestand der Schweizer Unternehmen und Investoren im Ausland betrug im Jahr 2008 mehr als 800 Mrd. CHF und stieg damit im Vergleich zum Vorjahr um 5,7 % an (s. Tab. 2).

Der grösste Anteil des Kapitalbestandes ist in der Europäischen Union investiert. Auf der Gegenseite bietet sich die Schweiz als Standort für ausländische Unternehmen und als Abnehmer für deren Produkte an. Im Jahr 2008 betrug der Kapitalbestand ausländischer Akteure in der Schweiz 467 Mrd. CHF (s. Tab. 3). Damit nahm der Kapitalbestand im Vergleich zum Vorjahr um 8,3 % zu.

Neben der starken Verflechtung über Kapitalbeteiligungen ist die Schweiz über den Aussenhandel eng mit der übrigen Welt verbunden. Die relative Höhe des Aussenhandelsvolumens (s. Kap. 3.2) verdeutlicht die Einbindung der Schweizer Wirtschaft in den internationalen Wertschöpfungsprozess. Dabei sind vor allem Chemikalien und Maschinen seit Jahren die wichtigsten Handelsgüter; die Einfuhr von chemischen Erzeugnissen belief sich 2009 auf etwa 40,1 Mrd. CHF und die Ausfuhr auf rund 75,5 Mrd. CHF. Im Gegensatz dazu betrug der Warenwert für die Einfuhr von Maschinen 44,1 Mrd. CHF und der Warenwert der Ausfuhren rund 39,6 Mrd. CHF. 7
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Vgl. Bundesamt für Statistik (2010): Bruttoinlandprodukt gemäss Produktionsansatz, 2009. |
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Vgl. United Nations Conference on Trade and Development (2007). |
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Vgl. Bundesamt für Statistik (2010): Betriebszählung 2009. |
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Die Bilateralen I und II enthalten Regelungen bezüglich Erleichterungen des Güter- und Personenverkehrs. Vgl. Integrationsbüro EDA/EVD (2007). |
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Vgl. Eidgenössische Zollverwaltung (2010): Aussenhandel der Schweiz 2009. |
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