3.2.2 Die Rolle des Aussenhandels für die Schweiz (1/2)
Im Folgenden wird anhand einer konjunkturellen Übersicht sowie einer Betrachtung der Exporte und Importe der Schweiz im Jahr 2009 die Rolle des Aussenhandels für die Schweiz analysiert. Ziel dieses Kapitels ist es, einen grundlegenden Überblick über den Schweizer Aussenhandel im Jahr 2009 zu geben.
Die weltweite Finanz- und Wirtschaftskrise wirkte sich 2009 immer stärker auf die Unternehmen in der Schweiz aus. Zwar übertraf der Handelsbilanzüberschuss 2009 mit einem Betrag von 20,2 Mrd. CHF den entsprechenden Vorjahreswert noch um 3,7 % bzw. 717 Mio. CHF.125 Eine nähere Betrachtung der Aussenhandelsstatistik offenbart jedoch, dass die Exporte im Jahr 2009 nominal um 12,6 % (real: –14,7 %) auf 180,3 Mrd. CHF zurückgingen. Dies stellt den stärksten prozentualen Einbruch seit 1944 dar. Das Niveau der Exporte fiel entsprechend auf die Zahlen von 2006 zurück. Wie Abbildung 37 veranschaulicht, setzte sich der negative Trend aus dem vierten Quartal 2008 auch in den ersten drei Quartalen des Jahres 2009 ungebremst fort. Im ersten Quartal fielen die Exportwerte um 13,0 % (real: –14,9 %). Besonders schlecht entwickelten sich die Werte im zweiten Quartal. Nach Arbeitstagbereinigung126 resultierte ein nominales Minus von 16,2 % (real: –18,2 %), gefolgt von einem nominalen Minus von 15,3 % (real: –16,9 %) im dritten Quartal. Erst ab dem vierten Quartal 2009 verlangsamte sich das Abwärtstempo (nominal: –5,2 %, real: –8,4 %). Für das erste Quartal 2010 zeichnet sich eine Erholung ab.

125
|
Vgl. Eidgenössische Zollverwaltung (2010): Medienmitteilung «Aussenhandel 2009: annus horribilis» vom 4.2.2010. |
| 126 |
Veränderung bei gleicher Anzahl Arbeitstage (Vergleich gegenüber Vorjahresmonat). |
|