2.2 Logistikverständnis der Studie
Das gewählte Logistikverständnis richtet sich einerseits nach der Anschlussfähigkeit der Studie an bestehende Untersuchungen. Andererseits sind alle Logistikleistungen zu berücksichtigen, die von Lesern aus Praxis und Wissenschaft intuitiv unter Logistik subsumiert werden.
Ausgangspunkt der Überlegungen bildet der Leistungsbegriff der Logistik. 1 Dieser muss sowohl klar von anderen betriebswirtschaftlichen Leistungen abgrenzbar als auch messbar sein. Aus diesem Grund dient der traditionelle «TUL»-Begriff, der sich an Transport (T), Umschlag (U) und Lagerung (L) als Kern-Logistikdienstleistungen orientiert, als Ausgangspunkt für die vorliegende Untersuchung.
Um dem Anspruch einer umfassenden Begriffsdefinition gerecht zu werden, welche auch ein breiteres Spektrum an Logistikleistungen umfasst, ist eine entsprechende Anpassung notwendig. Dafür wurde die Bezeichnung «TUL und Sonstiges » gewählt, welche neben den klassischen Transport-, Umschlagsund Lagerleistungen weitere Dienstleistungskomponenten (sogenannte Value-added Services), die mit der Logistik in Verbindung gebracht werden können, unter dem Ausdruck «Sonstiges» subsumiert. Dieser Ansatz erscheint schon deshalb geeignet, weil auch Klaus/Kille (2008) sowie Hartmann et al. (2010) in ihren Studien über den deutschen Logistikmarkt eine erweiterte Version der TUL-Definition verwenden. 2
Bei den Zusatzdienstleistungen kann man einerseits zwischen operativen Value-added Services wie Verpackung, Kommissionierung, Absatzförderung, Preislabeling, Qualitätskontrolle, Regalführung oder Reparaturservice sowie andererseits verwaltungsunterstützenden Valueadded Services unterscheiden. Bei Letzteren handelt es sich hauptsächlich um Leistungen wie Bestandsfinanzierung, Rechnungsabwicklung, Transportversicherung, Logistikberatung, IT-Support oder Verzollung. Eine isolierte Betrachtung dieser verschiedenen Leistungen ist teilweise schwierig, da oftmals ganze Leistungspakete erbracht werden. In der vorliegenden Untersuchung werden diese beiden Ausprägungen nur punktuell differenziert. Um dem Grundsatz einer klaren Abgrenzung der Logistikdienstleistungen zu folgen, wird weiterhin die Betrachtung auf produktionsexterne Leistungen beschränkt. Denn es ist im analytischen Sinne schwierig, im Produktionsprozess logistikrelevante Leistungen von Kernaufgaben der Produktion zu trennen, da in der Regel jeder Mitarbeiter während des Wertschöpfungsvorgangs zahlreiche Logistikaktivitäten übernimmt, wie z. B. die Versorgung der Produktionslinie aus Zwischenbeständen. Ähnlich verhält es sich mit der handelsinternen Logistik, bei der das Verkaufspersonal neben seiner Kerntätigkeit des Beratens auch Logistikaufgaben, wie z. B. die Befüllung der Regale, wahrnimmt. Unter Berücksichtigung der genannten Punkte umfasst der Logistikbegriff, welcher der Studie zugrunde gelegt wird, folgende Leistungsbestandteile (s. Abb. 3):
- alle operativen Aktivitäten des Transportierens (räumliche Gütertransformation), des Umschlagens (Transformation der Gütermenge und -sorte), des Lagerns (zeitliche Gütertransformation) und damit zusammenhängende Ressourcen (z. B. Personal, Immobilien), auch als TUL-Logistik bezeichnet;
- weitere mit der TUL-Logistik verbundene, operative (wie z. B. Auftragsabwicklungs- und Dispositionsaktivitäten) und verwaltungsunterstützende (wie z. B. Bestandsfinanzierung und Rechnungsabwicklung) Valueadded Services, die unter dem Begriff «Sonstiges» gefasst werden;
- Aktivitäten der Produktionslogistik, welche im Rahmen von Kontraktlogistikpaketen an einen Logistikdienstleister ausgelagert werden.

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Im Allgemeinen unterscheidet man eine flussorientierte, eine lebenszyklusorientierte und eine dienstleistungsorientierte Definition der Logistik. Eine Beschreibung findet sich bei Pfohl (2010), S. 11 ff. |
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Vgl. Klaus/Kille (2008), S. 34 und Hartmann et al. (2010). |
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