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3.6. Wertbezogenes Volumen des Schweizer Logistikgesamtmarktes

3.6.1. Begriffliche und methodische Grundlagen (1/2)

Um eine Aufteilung und Segmentierung des Logistikmarktes der Schweiz vornehmen zu können, ist es zunächst von Bedeutung, dessen Gesamtvolumen abzuschätzen, um eine Grundlage sowie Obergrenze für Hochrechnungen und Kalkulationen einzelner Teilmärkte zu schaffen. Eine besondere Bedeutung kommt hierbei der Definition des Begriffs «Marktvolumen» zu.

In diesem Zusammenhang ist festzustellen, dass aufgrund der im Folgenden beschriebenen besonderen Eigenschaften von Logistikleistungen keine der in der klassischen Wirtschaftslehre gebräuchlichen Bezeichnungen für die korrekte Beschreibung des Logistikmarktvolumens geeignet ist. Grund ist die heterogene Zusammensetzung des Marktvolumens aus Logistikleistungen mit unterschiedlichen Charakteristika, die eine eindeutige Bezeichnung wie «Umsatzvolumen» oder auch «Volumen aller Logistikkosten» unmöglich machen. Denn die Logistikleistungen, die durch das Marktvolumen quantifiziert werden sollen, stellen zum einen Umsätze dar. Das ist beispielsweise aufseiten der Logistikdienstleister, die entweder für Verlader oder für andere Logistikdienstleister weitere Logistikleistungen erbringen, der Fall. Diese Umsätze sind aus der Buchhaltung eindeutig identifizierbar und besitzen beim jeweiligen Auftraggeber ein monetäres Äquivalent. Auf der anderen Seite existieren jedoch auch Logistikleistungen, die sich nicht direkt in Form von Umsätzen oder eindeutig zuordenbaren Kosten niederschlagen, jedoch ebenso Bestandteil des wertbezogenen Logistikmarktvolumens sind. Dabei handelt es sich beispielsweise um Logistikleistungen, die von den Verladern selbst erbracht werden. Als konkrete Beispiele sind hier Werksverkehre oder diverse intralogistische Aktivitäten wie die Bewirtschaftung eigener Läger zu nennen.

Aus diesem Grund wird im Folgenden der Begriff des «wertbezogenen Marktvolumens» verwendet, unter dem die Gesamtheit aller wertschöpfenden Tätigkeiten im Bereich des Logistikgesamtmarktes subsummiert wird.

Der Schweizer Logistikgesamtmarkt schliesst dabei folgende Leistungsbereiche ein:105

1. Alle Transport-, Umschlags- und Lagerleistungen (=TUL-Logistik).
2. Alle direkt mit der TUL-Logistik verbundene Value-Added Services (=Sonstiges).

Für die unter 1. und 2. genannten Leistungen gilt:

  •  
Sie können entweder an einen Logistikdienstleister ausgelagert sein (Outsourced-Logistik) oder von verladenden Industrie- und Handelsunternehmen selber erbracht werden (Inhouse-Logistik).
  •  
Sie werden vor, nach und zwischen Produktions- und Verkaufsaktivitä-
ten erbracht.

 

3. Alle Bestandskosten in den Wertschöpfungsketten einschliesslich branchentypischer Bestandsabschreibungen für den Berichtszeitraum einer kalkulatorischen Verzinsung.
4. Die mit Logistikleistungen verbundenen Planungs-, Steuerungs- und allgemeinen Verwaltungsaufwendungen.

 

105 Vgl. Klaus/Kille (2006), S. 43 f.


 
 

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