Kollektive (Prozess-)InnovationFrei nach dem Motto «Wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg», gilt es dem Kriterium der Akzeptanz eine höchstmögliche Bedeutung beizumessen. Ein wichtiges und sinnvolles Instrumentarium ist hierbei die «kollektive (Prozess-)Innovation » (Abbildung 1). Damit kann die Umsetzung und Erreichung einer kritischen Masse enorm beschleunigt werden.Die kollektive Innovation zielt darauf ab, innerhalb einer Gemeinschaft von möglichst einflussreichen, wichtigen Geschäftspartnern und Mitbewerbern bzw. betroffenen Unternehmen eine gemeinsame Sichtweise, Sprache und Lösung zu entwickeln und voranzutreiben. Dies führt in der ersten Phase zu Verzögerungen, und möglicherweise entspricht die Lösung nicht zu 100 Prozent den Erwartungen. Jedoch wird das Problem bzw. die Lösung dadurch ganzheitlich besprochen und entwickelt. Die breite Akzeptanz führt zudem zu einem erhöhten Investitionsschutz. Eine Vereinbarung über technische Eckwerte verstärkt diesen Effekt und erlaubt eine offene Promotion für die Lösung. Dem Nutzen verpflichtet Die Kontrahenten an den runden Tisch zu bringen und gemeinsame, innovative und für alle Beteiligten optimale Lösungen zu erarbeiten, ist eine der Kernaufgaben von GS1 Schweiz. Dass dabei alle Beteiligten profitieren können, liegt im Interesse der Organisation. Die Vergangenheit hat jedoch gezeigt, dass sogenannte «First Movers» und «Early Adopters» nachhaltigen Vorsprung gewinnen, wenn sie gemäss den Prinzipien der kollektiven Prozessinnovation vorgehen. Als Plattform zur Begleitung und Moderation solcher Arbeitsgruppen eignen sich marktneutrale, keiner Interessengruppe, sondern der Sache, dem Nutzen und der Kollaboration verpflichtete Not-for-Profit-Organisationen wie GS1 Schweiz. Obwohl auch Mitbewerber durch diesen Prozess profitieren, überwiegt doch insgesamt der Nutzen für das eigene Unternehmen und die eigenen Prozesse, weil einerseits die interne und externe Akzeptanz steigt und andererseits die Prozesse dadurch effizienter werden. Weiter kommt hinzu, dass für standardisierte Prozesse auch günstigere Systeme erhältlich sind. Schliesslich kann ein Unternehmen erst Nutzen daraus ziehen, wenn die Lösung breit umgesetzt wird. In den meisten Fällen hat man durch die Rolle eines «First Movers« oder «Followers» einen Vorsprung bezüglich Lernkurve und Ressourcen.
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